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Wörterbuch der Theaterpädagogik (erschienen 2003)

Toc

Lautsprachliche Bezeichnung aus dem Französischen. T bezeichnet nach Etienne Decroux, Begründer der mime corporelle, kurze phonetische wie nichtphonetische Akzente. Diese trennen als eine Art Interpunktion ein gestisches Element von einem anderen. Der Akzent dient dem Anfang und dem Ende einer pantomimischen Haltung (Attitüde) oder Bewegung, ist ein der Lautsprache analoges Gliederungs-, Bekräftigungs-, Tempozeichen, das durch alle Körperteile ausführbar ist. Darüber hinaus wird dem T von Jean Soubeyran eine syntaktische Bedeutung zugesprochen. So können Fragezeichen, Ausrufezeichen, der Doppelpunkt oder der Schlusspunkt durch diesen Grundakzent markiert werden. Als Gegensatz des T-impulses beschreibt der Begriff fondu eine fließende Bewegung oder Geste, die sowohl mit einem T beginnt oder mit diesem abschließen kann. Beide Termini tragen, in Anlehnung an die gesprochene Sprache, zur semantischen Verständigung pantomimischer Zeichen bei. Als zusätzliche Mittel der Vortragsgestaltung  für  die → Pantomime  stehen  nach  Soubeyran weitere szenische Konstruktionsmittel – darunter Reduktion, Zeitlupe, Ersetzung, Großaufnahme/ Totale und verschiedene Montagemöglichkeiten –  zur Verfügung.

Cramer, Franz Anton: Der unmögliche Körper. Etienne Decroux und die Suche nach dem theatralen Leib. Tübingen 2001; Lecoq, Jacques: Der poetische Körper. Berlin 2000; Soubeyran, Jean: Die wortlose Sprache. Lehrbuch der Pantomime. Zürich, Schwäbisch Hall 1984; Zwiefka, Hans Jürgen: Pantomime, Ausdruck, Bewegung. Moers 1997.

ANDREAS POPPE

Körpersprache – Leiblichkeit

Ein Service des Deutschen Archiv für Theaterpädagogik · DATP
und des Schibri Verlags
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