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Wörterbuch der Theaterpädagogik (erschienen 2003)

Laban, Rudolf von

1879–1958. Tänzer, Choreograf, Tanzpädagoge, Tanztheoretiker. Gründete 1910 seine erste Schule in München, die zum Ausgangspunkt des deutschen Ausdruckstanzes wurde. 1911–17 Aufenthalt in der Künstler- und Lebensreformer-Kolonie auf dem Monte Veritá, wo er seine Raumharmonielehre als ein von der klassischen Tanztechnik unabhängiges, umfassendes Bewegungssystem, dessen Grundlage das Verhältnis des Körpers zum Raum ist, entwickelte. Gleichzeitig Arbeit an einer diesem Raum-Tanz-Modell adäquaten Tanzschrift, der noch immer gebräuchlichen Kinetographie. In den 1920er Jahren arbeitete L mit Bewegungschören, für die er sowohl Laien als auch professionelle Tänzer einsetzte. Gründung zahlreicher Laban-Schulen in Europa, auch durch seine Schüler (u. a. Mary Wigman, Kurt Joos). 1937 Emigration nach England, wo er seine Bewegungsstudien vertiefte und für Tanzerziehung, Tanztherapie und Arbeitspsychologie nutzbar machte.

Die Welt des Tänzers. Stuttgart 1920; Choreographie. Jena 1926; Gymnastik und Tanz. Oldenburg 1926; Tanztheater und Bewegungschor. In: Gentges, Ignaz (Hg.): Tanz und Reigen. Berlin 1927; Ein Leben für den Tanz. Dresden 1935; Der moderne Ausdruckstanz in der Erziehung. Eine Einführung in die kreative tänzerische Bewegung als Mittel zur Entfaltung der Persönlichkeit. Wilhelmshaven u. a. 1981; Kunst der Bewegung. Wilhelmshaven 1988; Choreutik. Grundlagen der Raumharmonielehre des Tanzes. Wilhelmshaven 1991.

Böhme, Fritz: Rudolf von Laban und die Entstehung des modernen Tanzdramas. Berlin 1996.

GABI BEIER

Ein Service des Deutschen Archiv für Theaterpädagogik · DATP
und des Schibri Verlags
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