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Wörterbuch der Theaterpädagogik (erschienen 2003)

Gatti, Armand

Geb. 1924. Dramatiker, Regisseur, Journalist. Mitglied der Résistance, KZ-Haft in Neuengamme. 1959 Aufführung des Stückes Der Ochsenfrosch am Théâtre National Populaire. Internationale Anerkennung  1961 mit dem Spielfilm L’Enclos (Der Verschlag). Ab 1982 Leiter des staatlich geförderten Atelier de Création Populaire in Toulouse. G ist Vertreter des politischen, adressatenbezogenen Zeittheaters, mit dem Ziel, Einblicke in Mechanismen geschichtlicher Abläufe und Engagement für politisches Handeln zu schaffen. Sein Theater ist ein Theater der öffentlichen Plätze und des Beziehens von Positionen und eines der Trajekte und Konnexionen (vgl. Neumann-Riegner), das für soziale Gerechtigkeit und Befreiung von Erniedrigung steht (etwa Arbeit mit deklassierten Straßenjugendlichen und Langzeitarbeitslosen). Die Stücke besitzen keine lineare Erzähltechnik, sondern eine  simultane, z.T. filmische Darstellung von innerem und äußerem Geschehen, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Stücke. Berlin 1970; Kleines Handbuch der Stadtguerilla. München 1971; Rosa Kollektiv. Frankfurt a. M.  1974.

Klein, Peter-Jürgen: Theater für den Zuschauer, Theater mit dem Zuschauer. Die Dramen Armand Gattis als Mittel zu Initiierung humanen Verhaltens. Wiesbaden 1975; Kuppelwieser, D.: Armand Gatti – ein engagierter Theaterautor. Dissertation. Innsbruck 1986; Neumann-Riegner, Heinz: Das Prinzip Leben. Macht, Widerstand und Erinnerung im Werk Armand Gattis. Bonn 1993; Schoell, Konrad (Hg.): Literatur und Theater im gegenwärtigen Frankreich. Tübingen 1991.

GABRIELA  NAUMANN

Ein Service des Deutschen Archiv für Theaterpädagogik · DATP
und des Schibri Verlags
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