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Wörterbuch der Theaterpädagogik (erschienen 2003)

Ausbildung

Die thp A und die A für Lehrende im Schulfach Darstellendes Spiel (DS) hat noch keine lange Tradition. Mit der Gründung des Instituts für Spiel- und Theaterpädagogik und der Integration dieses Instituts in die Hochschule der Künste (HdK) Berlin (1980) war ein wesentlicher Schritt zur Institutionalisierung thp A getan. Tagungen und Kongresse zu Fragen der A in den 1970er Jahren führten zur Entwicklung eines 4-semestrigen Zusatzstudiengangs Spiel- und ThP an der HdK (heute Universität der Künste) Berlin, der schließlich Ende der 1980er Jahre als erster thp Studiengang in der BRD etabliert wurde (vgl. Ritter); aktuelle Studieninformationen unter: www.theaterpaedagogik.udk-berlin.de

Inzwischen sind weitere A-standorte hinzugekommen. So bietet z. B. die Fachhochschule Osnabrück, Standort Lingen (Ems), Institut für Theaterpädagogik, seit WS 1998/99 einen Diplom-Zusatzstudiengang ThP an, mit Vollzeitstudiengang (4 Semester) und berufsbegleitendem Teilzeitstudiengang (6 Semester): studieninfo@fh-osnabrueck.de. An der Universität Hildesheim ist Theater/ThP ein Studienschwerpunkt innerhalb des Studiengangs Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis und die Karl Franzens Universität Graz (Österreich) bildet ThP für lebensbegleitendes Lernen aus.

Neben der thp A an Hochschulen gibt es für die thp Arbeit im außerschulischen Bereich zahlreiche Anbieter von Weiterbildungen und Lehrgänge, z. B. an den Bundesakademien, den Theaterpädagogischen Zentren, in kirchlicher Trägerschaft oder bei den LAGs. Der Bundesverband Theaterpädagogik e. V. hat Kriterien entwickelt, nach denen diese Lehrgänge entsprechend ihrem Umfang zertifiziert werden:

but@netcologne.de

Eine A für Lehrer im Fach DS ist bisher kaum etabliert. Zwar bieten fast alle Bundesländer Fort- und Weiterbildungen an, diese können jedoch nicht auf einer grundständigen Qualifikation aufbauen. Innerhalb der Weiterbildungseinrichtungen der Länder besteht ein Konsens, dass die ausschließliche Qualifikation über Weiterbildungen eine Zwischenlösung darstellt, die durch die Einführung grundständiger Studienangebote abgelöst werden muss.

In drei Bundesländern kann eine Zusatzqualifikation (Erweiterungsprüfung) für DS erworben werden. In Berlin bietet die Universität der Künste am Institut für Theaterpädagogik für Lehrer aller Schulstufen ein berufsbegleitendes Studium oder ein 4-semestriges Vollzeitstudium an, das mit einer Lehramtsprüfung abgeschlossen werden kann.

Das Institut für Pädagogik der Universität ErlangenNürnberg bietet seit dem WS 2000/01 ein 4-semestriges Erweiterungsstudium DS für Lehramtsstudierende und Lehrer aller Fächer an, das ebenfalls mit einer Staatsprüfung abschließt.

In Niedersachsen wird der 4-semestrige Erweiterungsstudiengang DS für das Lehramt am Gymnasium in einer Kooperation der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, der Hochschule für Musik und Theater und der Universität Hannover sowie der Universität Hildesheim angeboten. Ein erster grundständiger Studiengang DS als Kooperation der vier Hochschulen und der TU Braunschweig soll zum Wintersemester 2002/03 eingeführt  werden:

i-amt@hbk-bs.de

Allen thp A gemeinsam ist ein handlungs- und projektorientiertes Vorgehen. Sie setzen an der Eigenerfahrung der Studierenden an und führen über die Reflexion dieser Erfahrung und die Einordnung in theoretische Zusammenhänge zur Anleitungskompetenz. Für die Zielsetzung der A bedeutet das, es geht sowohl um die Entwicklung einer künstlerisch-analytischen Kompetenz in Bezug auf das Theater als auch um die A der pädagogisch-didaktischen, technischen und theoretischen Kompetenz. Einen Überblick über die verschiedenen A, Fort- und Weiterbildungen einschließlich der Kontaktadressen gibt eine Broschüre der BAG Spiel und Theater/Bundesverband Theaterpädagogik (BuT).

BAG Spiel und Theater e. V./BuT e. V. (Hg.): Aus-, Fort- und Weiterbildung. Spiel- und Theaterpädagogik in der Bundesrepublik Deutschland. Eine Dokumentation. Hannover 2000; Hentschel, Ulrike/Koch, Gerd: Kerncurriculum Theaterpädagogik. In: Korrespondenzen, 1995, H. 23/ 24/25; Programme, Profile, Perspektiven. Theaterpädagogische Bildungsgänge in der Diskussion. In: Korrespondenzen, 1995, H. 28; Ritter, Hans Martin (Hg.): Spiel- und Theaterpädagogik. Ein Modell. Berlin 1990.

ULRIKE  HENTSCHEL

Darstellendes Spiel – Fort- und Weiterbildung für LehrerInnen – Geschichte der Pädagogik – Geschichte der Sozialpädagogik – Kultursozialarbeit – Lebensbegleitendes Lernen – Modellversuche

Ein Service des Deutschen Archiv für Theaterpädagogik · DATP
und des Schibri Verlags
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